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Eine Ausstellung des Centrum Judaicum in Berlin, Verleih durch die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Präsentiert im Forum des Berufskolleg Schloß Neuhaus vom 3. bis 13. Juli und in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Paderborn)

Wer kennt heute noch Julius Hirsch? Oder Gottfried Fuchs?

Beide waren erfolgreiche jüdische Fußballer und zählten bis 1933 zu den Leistungsträger in ihren Vereinsmannschaften sowie auch der deutschen Nationalmannschaft. Gottfried Fuchs schoss 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm beim 16:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Russland sogar zehn Tore. Ein bis heute bestehender Rekord.

Oder Walther Bensemann, einer der Gründungsväter des deutschen Fußballs? Ein Visionär, der von der friedensstiftenden und völkerverbindenden Rolle des Fußballs überzeugt war und der 1920 die Fußballzeitschrift "Der Kicker" mitgründete.

Bereits wenige Wochen und Monate nach der nationalsozialistischen Machtübernahme am 30. Januar 1933 begannen deutsche Turn- und Sportvereine im vorauseilenden Gehorsam damit, ihre jüdischen Mitglieder auszuschließen. In Paderborn gründete sich am 31. Januar 1934 und gegen den erbitterten Widerstand der Paderborner Stadtverwaltung mit Schild "100" Paderborn ein jüdischer Sportverein, der bis 1937 an den Rundenspielen für die deutsche Fußballmeisterschaft des Sportbundes Schild im Bezirk Westfalen teilnahm.

Der Weg deutsch-jüdischer Fußballer vom Erfolg in den 1920er bis zur Verfolgung in den 1930er Jahren soll in der Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball" im Forum des Berufskolleg Schloß Neuhaus aufgezeigt werden.

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Dienstag, 4. Juli 2017 um 13.15 Uhr im Forum des BKSN durch Prof. Dr. Lorenz Peiffer. Pfeiffer war bis 2015 Professor für Sportpädagogik mit dem besonderen Schwerpunkt für sozial- und zeitgeschichtliche Fragestellungen des Sports am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hannover.

 

Infos von Holger Pletsch.

Stefan spannt ganz langsam den Bogen und visiert konzentriert das 20 Meter entfernte Ziel an. Alexa und Madlen fordern sich in allgemeinbildenden Fragen und versuchen sich auf kommende Einstellungstests vorzubereiten. Mohammed und Luca haben mal wieder Bock richtig Fußball zu spielen und ein paar taktische Kniffe für die kommende Saison zu erlernen und Marvin und Josef beatboxen vergnügt um die Wette und sind erstaunt welcher Sound aus ihren Mündern kommt.

Was sich anhört wie ein spannendes Wochenende mit Kultur, Sport und viel Spaß war in Wirklichkeit nur ein Teil des heutigen Workshop-Tags am Berufskolleg Schloß Neuhaus. In knapp 20 von Lehrkräften des BKSN angebotenen Workshops ist einiges geboten worden. Die Workshoptitel hatten vielversprechende Namen wie“ „Existenzgründung“, „Magic: The Gathering“, „Kochen“, „Tanzen“, „Bogenschießen“, „Fotoprojekt Litauen“, „Beatbox“ „Poetry Slam“ oder auch „Auschwitz“, „Einstellungstests“, „Fußball“ sowie „Kreatives Gestalten“.

Etwa 250 Schüler waren begeisterte Teilnehmer der zahlreichen Angebote und freuen sich auf eine Wiederholung im kommenden Schuljahr. Ein herzlicher Dank geht auch an die externen Unterstützer wie zum Beispiel Poetry-Slammer Dean Ruddock, das Jugendkulturzentrum Multicult, Beatboxer August Klar oder auch Filmemacher Daniel Yanik.

Im Rahmen eines Differenzierungskurses im Fach Datenverarbeitung entwickelten die Oberstufenschüler Projektideen zur Optimierung von Geschäftsprozessen und für innovative Produkte in den jeweiligen Banken.

Die Schüler stellten die Ergebnisse der mehrwöchigen Projektarbeit den zahlreich im Forum erschienenen Ausbildern, Bankvorständen, Vertriebsexperten sowie Lehrern und Schülern vor. Insbesondere die Vertreter der regionalen Banken zeigten sich begeistert. Gemeinsam wurden bereits vor Ort Chancen und Möglichkeiten ausgelotet wie die Ideen im Rahmen der täglichen Arbeit der Banken umgesetzt und weitergeführt werden können.

Infos von Ralf Wiesemöller.

Grenzen überwinden, gemeinsam Horizonte erweitern, die beruflichen, persönlichen und gesellschaftlichen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler fördern, steht ganz oben auf der Agenda unseres Schulprogramms. Am Berufskolleg Schloß Neuhaus gibt es viele Projekte, die unsere Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung dieser Kompetenzen stärken.

„Fit für Europa“ ist u.a. ein Projekt für Berufsschüler, in dem sie wertvolle Erfahrungen in einem dreiwöchigen Auslandspraktikum sammeln können.

Für die Kauflaute für Büromanagement wird es in diesem Zusammenhang im nächsten Schuljahr einen Schüleraustausch mit unserer neuen polnischen Partnerschule, dem Zespół Szkół Ekonomicznych (Verbund Berufs- und Allgemeinbildender Schulen im Bereich Wirtschaft), in Zielona Góra geben. Im November 2017 werden polnische Schüler ein dreiwöchiges Praktikum in den Ausbildungsbetrieben unserer Auszubildenden absolvieren und am Unterricht im Berufskolleg Schloß Neuhaus teilnehmen. Der Gegenbesuch ist für März 2018 geplant.

Im April 2017 besuchten der Schulleiter Matthias Groß, der stellvertretende Schulleiter Norbert Damke und die beiden Lehrer Dr. Ursula Olschewski und Lars Heise unsere künftige Partnerschule. Dort wurden wir von der Schulleiterin Barbara Bogacz-Szczepańska und ihrem Kollegium sehr herzlich empfangen. Der Schulverbund nennt sich „Ekonomik“ und gilt als eine Vorzeigeeinrichtung für ökonomische Bildung. An unserer künftigen Partnerschule werden über 700 Schülerinnen und Schüler zu Volks-/Betriebswirten, Handelsfachleuten (Kaufleuten) und Verkäufern in den Bildungsgängen Ökonomie, Handel, Speditionswesen, Touristik, Logistik, Hotellerie und Modeindustrie ausgebildet. Unterrichtsfächer sind neben dem Fachunterricht („Grundlagen des Unternehmertums“ ist ein Pflichtfach) Polnisch, Englisch (1. Fremdsprache), Deutsch (2. Fremdsprache), Mathematik, Geografie sowie Religionslehre/Ethik.

Die mehr als 800 Jahre alte Stadt Zielona Góra mit rund 140.000 Einwohnern liegt in Niederschlesien nahe der Oder, ca. 90 Kilometer nordöstlich von Cottbus, und ist ein kulturelles, wissenschaftliches, sportliches und wirtschaftliches Zentrum der Region. Ein sichtbares Zeichen in der Altstadt sind die 30 allgegenwärtigen Bacchus-Figuren. Zu den weiteren Highlights der Stadt zählen u. a. die Philharmonie, das Theater, das Planetarium und eine moderne Einkaufsgalerie mit Multiplexkino. Vor den Toren Zielona Góras steht ein modernes Sportzentrum mit Internat. Hier können die Sportler auf höchstem Niveau trainieren.

Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit und danken unseren polnischen Gastgebern für ihre Gastfreundschaft.

Infos von Lars Heise und Dr. Ursula Olschewski

„Es ist soweit, der Unterricht findet im Januar in den Räumen der Gedenkstätte der Wewelsburg statt. Wir, Auszubildende zur bzw. zum Verwaltungsfachangestellten, sitzen im Seminarraum im Untergeschoss der Gedenkstätte und erhalten Informationen über die Wewelsburg als Teil der Kreisverwaltung des Kreises Paderborn. Für uns von besonderem Interesse ist die Verwaltungsarbeit, die in einem Museum im Hintergrund abläuft und die man bei einem normalen Besuch eines Museums nicht sieht. So also könnte die Arbeit auf einem zukünftigen Arbeitsplatz im Kulturbereich aussehen – die Einführung eröffnete damit einen interessanten Aspekt auf der Metaebene unseres Ausbildungsberufes.

In der anschließenden Führung durch die Gedenkstätte wurden ebenfalls v. a. Aspekte der Rolle der Verwaltung im Nationalsozialismus aufgegriffen. Zur Zeit des Nationalsozialismus sollte die Wewelsburg zum ideologischen Zentrum der SS ausgebaut werden. Dabei fielen viele Verwaltungstätigkeiten außerhalb der Organisation der SS an, v. a. im Bereich des Baurechts. Anhand einiger Exponate konnten wir die Tätigkeiten der Behörden während dieser Zeit nachverfolgen. Unvorstellbar: Es wurden Baugenehmigungen für das Krematorium und das Konzentrationslager Niederhagen von der damals zuständigen Stelle in Soest genehmigt, ohne dass die besondere Art der Anlagen für das Genehmigungsverfahren eine Rolle gespielt hätte. Uns wurde deutlich, dass die Behörden funktionierten und damit quasi zu Marionetten des SS-Regimes wurden.

Anschließend besichtigten wir den Nordturm, welcher nach Himmlers Vorstellungen als Kultort der höchsten Führungsebene des Dritten Reiches dienen sollte. Wir flegelten uns auf die im Raum verteilten Sitzsäcke – etwas verwundert über diese Ausstattung des Raumes. Den Grund erfuhren wir alsbald: Der häufig in der Vergangenheit von Neonazis gemachte Versuch, diesen Raum als Kultort wiederzubeleben, soll so durch die „Möblierung“ mit Sitzkissen unterbunden werden und die bedrohliche Atmosphäre der Vergangenheit soll zerstört werden.

Nach einer kurzen Stärkung während der Mittagspause ging es weiter mit der Führung durch das Hochstiftmuseum. Eine breit gefächerte Sammlung von Exponaten aus der Steinzeit über das Mittelalter bis zur Säkularisierung zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts erwartete uns – Zeugen der Geschichte im Kreis Paderborn. Das Museum hat unterschiedliche Programme für unterschiedliche Zielgruppen. Besondere Angebote gibt es für Kinder, welche auf spielerische Weise die Geschichte ihrer Region kennenlernen können.

Auch wir durften einige Exponate aus ansonsten verschlossenen Schubladen nicht nur in Augenschein nehmen. Unser Mitschüler Alexander Kraft wollte sich einmal in seinem Leben wie ein Ritter fühlen und schlüpfte in das rund 18 Kilo schwere Kettenhemd des Ritters „Kunibert“, wie man im Bild unten sieht. Es steht ihm – oder? Für den dauerhaften Gebrauch ist es allerdings doch etwas unbequem.

Nach der Abschlussrunde, in welcher wir noch einmal die Ereignisse des Tages Revue passieren ließen, machten wir uns mit vielen neuen Eindrücken über die Rolle der Verwaltung im Museum auf den Heimweg.“

 

Ein Bericht von Julia Fretter, Sahra Schürmann und Frank Seltrecht aus der V15a

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